Ernährungsbildung: Eine Portion Lebenskompetenz
30.01.2026 / Essen & bewusster Konsum
Wie bereitet Schule wirklich aufs Leben vor? Maria Fanninger spricht mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr über bedarfsgerechte Verpflegung, Ernährungsbildung, Chancengerechtigkeit und Ganztagsschulen. Erfahre hier mehr darüber, was Schule leisten kann, wo sie an ihre Grenzen stößt – und warum Bildung viel früher beginnt als im Klassenzimmer.
Schule neu denken
Seine eigene Schulzeit habe Christoph Wiederkehr stark geprägt. Als neugieriger, hinterfragender Schüler empfand er das System als zu starr und wenig offen für kritisches Denken. „Ich hatte damals oft das Gefühl, dass mich die Schule nicht gut auf das Leben vorbereitet“, erzählt Wiederkehr im Podcast. Aus diesem Erleben entstand früh der Wunsch, Schule zu verändern. Bildung müsse sich erneuern, so der heutige Bildungsminister, weil sich Gesellschaft und Lebensrealitäten stark gewandelt haben. Schule dürfe nicht nur Wissen vermitteln, sondern sollte Kinder dazu befähigen, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.
Warum Bildung und Essen zusammengehören
Ein prägendes Erlebnis für Wiederkehr war seine Zeit als Schulsprecher: Da es an seiner Schule keine Schuljause gab, kandidierte er mit dem Versprechen, das zu ändern – und setzte es innerhalb kürzester Zeit um. Das Problem: Häufig erleben Kinder einen Widerspruch zwischen dem, was sie über gesunde Ernährung lernen, und dem, was sie im Schulalltag tatsächlich vorfinden. „Zwischen Schokocroissant, rosarotem Donut und zuckerhaltigen Limonaden fehlt häufig die Möglichkeit, sich für Lebensmittel zu entscheiden, mit denen sich Kinder und Jugendliche gut versorgen können“, erklärt Maria Fanninger. Wiederkehr sieht hier bereits positive Entwicklungen: Wasserschulen und ganztägige Schulformen mit warmem Mittagessen haben deutlich zugenommen. Klar ist: Bedarfsgerechte Verpflegung ist Teil der Bildung.
Warum frühe Bildung entscheidend ist
Frühe Ernährungsbildung ist ein wichtiger Hebel für Veränderung. Länder wie Finnland dienen als Vorbild: Dort erhalten alle Kinder bis zum Alter von 14 Jahren ein warmes, gesundes Mittagessen. Das zeigt Wirkung – auf Konzentration, Lernerfolg und Gesundheit. „Mein Eindruck ist, dass sich hier in den letzten Jahren sehr viel getan hat. Dass man die Kinder beispielsweise öfter in die Entscheidungsfindung einbindet und Essen auch als pädagogisches Element sieht und als gemeinsamen Akt“, erklärt Wiederkehr.
Hungrig lernt es sich schlecht
Hungrige Kinder können nicht gut lernen. Selbst wenn die Schule viel ausgleichen kann: Hier kommt sie an ihre Grenzen. Deshalb brauche es Bewusstseinsbildung nicht nur in den Schulen, sondern vor allem auch in den Familien. Gesundheits- und Ernährungskompetenz gehören für den Bildungsminister zu einem selbstbestimmten Leben dazu. Er betont: „Wie Kinder und Jugendliche für ihr weiteres Leben geprägt werden, sollte nicht dem Zufall überlassen werden. In Schulen und Kindergärten wird die Zukunft der nächsten Generation gestaltet.“
Das ganze Interview kannst du in der Podcastfolge #258 nachhören. Klick dich auch gerne durch unsere kostenlosen Lehrmaterialien.