10 Spinat-Fakten zum Gründonnerstag
20.03.2026 / Essen & bewusster Konsum
Am Gründonnerstag hat der Spinat in den österreichischen Küchen seinen großen Auftritt. Wieso eigentlich? Und was sind die inneren Werte des grünen Gemüses? Wir haben zehn Spinat-Fakten über das Lebensmittel recherchiert.
Veröffentlicht am 27.03.2024
Aktualisiert am 25.03.2026
Fakt 1: Niederösterreich produziert am meisten Spinat
Jede Österreicherin und jeder Österreicher isst durchschnittlich etwa 1,5 Kilogramm Spinat pro Jahr (Versorgungsbilanz 2024/25), am meisten davon rund um Ostern. Der Großteil des in Österreich angebauten Spinats stammt aus Niederösterreich. Rund 95 Prozent der gesamten Anbaufläche von Spinat liegen sich dort, besonders im Marchfeld.
Fakt 2: Globales Gemüse – Spinat wird weltweit angebaut
Seinen Ursprung hat das Gewächs vermutlich im Kaukasus. Über Spanien kam der Spinat schließlich nach Europa. Heute wird er weltweit angebaut. China ist mit rund 28 Millionen Tonnen jährlich (Stand 2024) mit großem Abstand der wichtigste Produzent. Dahinter folgen die USA und Kenia. Innerhalb der EU liegt Italien mit rund 102.000 Tonnen pro Jahr (Stand 2024) vorne.
Fakt 3: Warum viele Leute am Gründonnerstag Spinat essen
Die Herkunft der Bezeichnung ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich leitet sich das „Grün“ im Gründonnerstag vom mittelhochdeutschen Wort „greinen“ ab – das bedeutet „weinen“. Gemeint ist das Trauern angesichts der Passion Jesu. Dass an diesem Tag traditionell grünes Gemüse gegessen wird, beruht womöglich aber auf alten heidnischen Bräuchen – manche Menschen glaubten, dass die ersten frischen Wildkräuter im Frühling besondere Kräfte hätten und den Winter symbolisch aus dem Körper „vertrieben“.
Fakt 4: Grün, grün, grün – die Farbe macht das Chlorophyll
Chlorophyll ist der grüne Farbstoff in Pflanzen – auch im Spinat. Er ermöglicht die Photosynthese und ist damit wesentlich für das Pflanzenwachstum. Chlorophyll aus Spinat wird auch als natürlicher Farbstoff eingesetzt, etwa zum Färben von Nudeln und Spätzle oder von Ostereiern.
Fakt 5: Spinat ist ein kalorienarmer Vitaminheld
Spinat besteht zu über 90 Prozent aus Wasser, daher ist auch sein Kalorienanteil von rund 20 Kilokalorien pro 100 Gramm relativ gering. Dafür enthält Spinat viele Vitamine: Er beinhaltet unter anderem Vitamin C, Vitamin K, verschiedene B-Vitamine, Beta-Carotin und Folat sowie die Spurenelemente Kalium, Magnesium und Kalzium. Die Oxalsäure im Spinat kann jedoch die Aufnahme von Kalzium und Eisen hemmen. Dennoch: Spinat ist ein nährstoffreiches Gemüse.
Fakt 6: Popeye hat uns angelogen – weniger Eisen als berechnet
Die weit verbreitete Annahme, Spinat sei ein Garant für das Spurenelement Eisen, ist hingegen falsch. Dass Spinat als Eisenlieferant gilt, beruht auf früheren ungenauen Messungen oder fehlerhaften Angaben. Spinat hat tatsächlich nur circa 4 Milligramm Eisen pro 100 Gramm Spinat und nicht 35 Milligramm wie ursprünglich angenommen. Zusätzlich kann die Oxalsäure die Eisenaufnahme verringern. Einen höheren Eisengehalt als Spinat haben beispielsweise Haferflocken und auch Linsen sind gute pflanzliche Eisenlieferanten. Allgemein ist die Eisenaufnahme bei tierischen Lebensmitteln wie Rindfleisch besser. Der Mythos vom Super-Eisen-Spinat hält sich dennoch hartnäckig – nicht zuletzt dank der Comicfigur Popeye.
Fakt 7: Brrrr … Tiefkühlen kann Nährstoffe im frischen Spinat erhalten
Liegt frisches Gemüse nach dem Einkauf schon länger im Supermarktregal oder ein paar Tage im Kühlschrank, gehen viele Vitamine verloren, vor allem Vitamin C, das stark auf Licht, Sauerstoff und Lagerung reagiert. Je länger die Lagerung, umso mehr kann an Vitaminen verloren gehen. Tiefkühlgemüse dagegen wird meist direkt nach der Ernte gewaschen, blanchiert und schockgefroren – und genau das schützt viele Nährstoffe. Wer frischen Spinat innerhalb der ersten Tage nach dem Kauf isst, dem bleiben dennoch die wertvollen Nährstoffe erhalten.
Fakt 8: Häufiges Aufwärmen ist nicht empfehlenswert
Spinat speichert Nitrat, das vor allem in Stielen und Blattrippen enthalten ist. Wird Spinat mehrfach aufgewärmt oder lange warmgehalten, können Mikroorganismen das Nitrat in Nitrit umwandeln. Nitrit kann sich mit Eiweiß zu sogenannten Nitrosaminen verbinden, die teilweise als krebserregend gelten, Allerdings wird Nitrat aus Gemüse bei normalem Verzehr als unproblematisch eingestuft. Eventuell hemmen die Nährstoffe im Gemüse zudem die Nitrosaminbildung. Allgemein sollte Spinat möglichst frisch verzehrt, rasch gekühlt und im Optimalfall nur einmal wieder aufgewärmt werden.
Fakt 9: Hitze am Feld – nichts für Spinatpflanzen
Heimischer Spinat wird je nach Witterung und Anbaumethode zwischen Oktober und Juni geerntet. Gemäßigte Temperaturen sind für den Anbau vorteilhaft: wird es im Sommer zu heiß, schießt die Pflanze rasch in Blüte – die Blätter werden kleiner und verlieren an Qualität.
Im geschützten Anbau, also im Folientunnel, kann es im Hochsommer durch Wärmestau extrem warm werden. Daher setzen manche landwirtschaftlichen Betriebe auf hitzetolerantere Sorten oder legen eine Sommerpause ein, um die Saison im Frühjahr und Herbst optimal zu nutzen.
Fakt 10: Blattspinat und Mangold sind „Geschwister“
Spinat und Mangold gehören beide zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Auch sogenanntes Pseudogetreide wie die Quinoa ist Mitglied dieser Familie. Der botanische Name des Mangold (Beta vulgaris) gibt einen weiteren Hinweis auf Verwandtschaftsverhältnisse: auch die Rote Bete oder die Zuckerrübe gehören zu den Fuchsschwanzgewächsen. In der Küche lässt sich Blattmangold im Prinzip wie Spinat einsetzen. Geschmacklich ist Mangold etwas kräftiger; er kann im Ganzen mit dem Stiel verwendet werden.
Du willst mehr über Spinat aus Österreich wissen? Und wie kommen die grünen Blätter vom Bauernhof in die Tiefkühltruhe? Landwirt Johann Blatt spricht über den komplexen Weg vom Gemüsefeld bis in den Handel. Als Obmann der Tiefkühlgemüse Marchfeld weiß er genau über Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz Bescheid. Und darüber, warum ohne diese gezielten Maßnahmen qualitativ hochwertiges Gemüse nicht möglich ist. Mit Hannes Royer analysiert er, wieso tiefgekühlte Ware oft unterschätzt wird und welch zentrale Rolle sie für unsere Versorgung spielt. Wenn du wissen willst, wie moderner Gemüsebau gelingen kann: Hör rein in die Podcastfolge #235 auf Spotify oder YouTube!